Im nordafrikanischen Ägypten gab es einst mehr als nur die Pyramiden, die prächtigen Tempelanlagen und das Tal der Könige. Im Norden des Landes, in Alexandria, befand sich eines der größten Kultur- und Bildungszentren der antiken Welt, welches für viele Gelehrte der damaligen Zeit eine Reise wert war.
Die Stadt Alexandria ist sehr geschichtsträchtig und weltberühmt, vor allem für den Leuchtturm, der einst hier zu finden und der erste überhaupt war. Benannt war er nach der kleinen Insel Pharos, auf der er stand und die etwa einen Kilometer von der Küste entfernt lag, verbunden mit dem Festland durch eine künstliche Landbrücke. Er war zwischen 115 und 160 m hoch und gehört zu den sieben Weltwundern der Antike.
Erbaut wurde der Leuchtturm von Sostratos von Knidos unter Ptolemaios I und Ptolemaios II, den damaligen Herrschern von Ägypten, um etwa 299-279 vor Christus. Am Bau waren neben den hochspezialisierten Fachkräften hauptsächlich Sklaven beteiligt. Ganz oben auf dem Turm stand das 8 Meter hohe Leuchtfeuer und über ihm eine 7 Meter hohe Statue aus Bronze, die wahrscheinlich die Abbildung eines griechischen Gottes war. Der Turm wurde nicht nur nachts, sondern auch tagsüber von den Seefahrern zur Orientierung genutzt.
Im Jahr 1330 ereignete sich in der Region ein Erdbeben, welches den Leuchtturm fast komplett zerstörte. Der Sultan Kait Bey nutzte die Trümmerteile, um 1480 daraus das “Fort Kait Bey” bauen zu lassen, dessen Farbe wahrscheinlich der des einstigen Turmes entspricht und welches man heute auf einer Reise nach Alexandria noch besichtigen kann.
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